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Gabriele Blome

Gabriele BlomeGabriele Blome ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Medienästhetik der Universität Siegen. Sie forscht über graphische Interfaces im Kontext digitaler Archive. Als Kunsthistorikerin mit dem Schwerpunkt der Dokumentation und Vermittlung von Medienkunst war sie an verschiedenen Forschungsinstituten an der Schnittstelle von Geisteswissenschaften und Informatik tätig. Sie arbeitete u.a. mit am Aufbau des Archivs der Ars Electronica sowie der Internetplattformen netzspannung.org und GAMA (Gateway to Archives of Media Art).

Awareness im Medienarchiv

In einer Zeit, in der die Speicherung von Wissen nahezu vollständig von technischen Speichern übernommen werden kann und sich die Menge der verfügbaren Informationen zur völligen Unübersichtlichkeit steigert, benötigen wir mehr denn je Werkzeuge, die Wissensprozesse unterstützen. Bis dato haben sich zwar im Bereich der via Internet verfügbaren Archive, Bibliotheken und Publikationen neue Formen etabliert, die Wissen jenseits von Suchinterfaces und Darstellungen in Listen verfügbar zu machen. Jedoch gibt es noch ein erhebliches Entwicklungspotential.
Verfügbarkeit meint hier weniger die Bereitstellung von Information als vielmehr ihre bewusste Wahrnehmung – das Gewahrwerden oder Gewahrsein, wofür die englische Sprache den Begriff der „Awareness“ bereithält. Es gilt also Umgebungen zu schaffen, die Awareness fördern, indem sie es beispielsweise erleichtern, sich ein unbekanntes Archiv inhaltlich zu erschließen, bis dato Unbekanntes als relevante Information zu identifizieren und in ein eigenes Bezugssystem einzuordnen oder Erkenntnisse aus Strukturen großer Datenpools abzuleiten.
Graphische Datenbankinterfaces können dazu einen Beitrag leisten, indem die räumliche Anordnung der Daten zur Orientierung genutzt wird, große Datenmengen zu aussagekräftigen Diagrammen kondensieren oder auch indem ihre ästhetische Dimension dazu beiträgt, unsere Aufmerksamkeit zu lenken. Anhand von Beispielen – u.a. auch von Visualisierungen zur Wikipedia – wird der potentielle Beitrag graphischer Datenrepräsentation zur Unterstützung von Wissensprozessen aufgezeigt und diskutiert.

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