Timo Borst

Timo BorstTimo Borst ist Leiter der IT-Entwicklung bei der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften in Kiel und Hamburg. Als Informatiker und promovierter Politikwissenschaftler beschäftigt er sich seit längerem mit der Entwicklung und dem Einsatz von Software in sozialwissenschaftlicher Forschung und Lehre. Zu seinen Schwerpunkten gehören virtuelle Forschungsumgebungen, digitale Bibliotheken, Repositorien, Semantic Web-Technologien und organisatorische Aspekte von IT-Entwicklungen in Forschungsprojekten. Er ist Mitorganisator der SWIB, einer jährlich stattfindenden Veranstaltung zur Verbreitung des Semantic Web in Bibliotheken.

Medienkompetenz und Wikipedia

In Web 2.0-Anwendungen wie der Wikipedia, aber auch in Bookmarking- und Tagging-Systemen sind unterschiedliche Formen der Wissensgewinnung und -vermittlung wirksam. Für eine mediendidaktische Funktionalisierung von Web 2.0-Techniken bedeutet dies erstens, dass nach derzeitigem Stand eine Erosion von neuzeitlichen Formen der Vermittlung und Generierung von Wissen zu beobachten ist. Zweitens besteht die Gefahr, dass durch ihre bewusste oder unbewusste Funktionalisierung in Lehr- und Lernkontexten gängige Verfahren der Vermittlung und des Erwerbs fachlicher Kompetenzen umgangen oder verkürzt werden. Und drittens bleibt ihr spezifisches Potenzial gerade im mediendidaktischen Kontext derzeit noch weitgehend ungenutzt, nämlich den reflektierten Umgang mit Ungewissheit zu thematisieren und in eine spezifische Form von Risikokompetenz zu überführen. Wie ein mediendidaktisch angemessener Umgang mit Web 2.0-Techniken dazu beitragen kann, aus der Sicht der Lernenden Entscheidungssituationen auf der Basis von Ungewissheiten als prinzipielles Risiko zu erkennen und Strategien zu deren prinzipieller Bewältigung zu entwickeln, bildet eine weitere wichtige Frage, die es aus mediendidaktischer Perspektive zu beantworten gilt.

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