Sabria David

Sabria DavidSabria David ist Expertin für werteorientierte Unternehmenskommunikation und Markennamensentwicklung. Nach dem Studium der Germanistik, Linguistik und Kunstgeschichte und acht Agenturjahren gründete sie ihre eigene Kommunikationagentur TEXT-RAUM, die einen interdisziplinären Ansatz zwischen Wirtschaft, Technologie und Philosophie vertritt. Sie berät, schreibt und entwickelt Strategien für Unternehmen und Institutionen – und beschäftigt sich in Essays mit der Frage, welche Auswirkungen der Medienwandel und die Digitalisierung auf die Gesellschaft und die Kommunikation von Unternehmen haben. Anfang des Jahres verfasste sie gemeinsam mit Benedikt Köhler und Jörg Blumtritt das Slow Media Manifest und bloggt auf www.slow-media.net und auf www.text-raum.de.

Ein Werk von Vielen: Wikipedia aus der Perspektive Slow Media

Die Online-Enzyklopädie Wikipedia ist medienhistorisch irrwitzig jung. In kaum zehn Jahren ist sie auf vier Millionen Artikel angewachsen. Sie ist ein Werk von Vielen, ein Zeugnis kollektiver Autorschaft, zu Wissen verdichteter Open Content. Als dynamisches und anpassungsfähiges Werk von Vielen ist sie von ihrer Entstehung her eher mit der mündlichen Genese und Tradition von Volksmärchen verwandt als mit der Statik des Buchdrucks und der reinen Schriftlichkeit. Die Trennung zwischen Leser und Autor verschwimmt. Jeder Leser ist – zumindest potentieller – Autor, kann zum medienpraktischen Prosumenten werden. Die Wikipedia versteht sich als lernender und lebender Organismus, der sich im Diskurs und in der Auseinandersetzung verschiedener Autoren kontinuierlich weiterentwickelt.
Dieses Selbstverständnis und einige weitere Aspekte sind Kriterien für ein „slowes“ Medium im Sinne des „Slow Media Manifestes“. Wie lässt sich Wikipedia aus der Perspektive von Slow Media verstehen? Wie verhalten sich Rezeption und Produktion zueinander? Kann ein schnelles Medium wie Wikipedia tatsächlich „slow“ sein? Fördert Wikipedia den kritischen und reflektierten Umgang mit Medien oder gerade den unreflektierten Medienkonsum? Oder ist die Wikipedia ein Prototyp neuer Werke – ein Medium, dem es gelingt, die technologischen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte (wie im Slow Media Manifest gefordert) „zu integrieren und konstruktiv zu nutzen“?

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