Jöran Muuß-Merholz

Jöran Muuß-MerholzJöran Muuß-Merholz ist Diplom-Pädagoge und mit seiner kleinen Agentur Jöran und Konsorten dort aktiv, wo sich Schnittmengen aus den Bereichen Bildung und Lernen, Medien und Kommunikation sowie Organisation und Management bilden. Von 2004 bis 2006 leitete er das Büro Hamburg der Friedrich-Naumann-Stiftung. Anschließend war er Gründer und bis Ende 2008 Geschäftsführer des Archivs der Zukunft, einem Netzwerk von reformfreudigen Pädagogen und deren guter Gesellschaft. In der politischen Bildung arbeitet er seit 10 Jahren v.a. für das DGB Bildungswerk und die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. Er lebt in Hamburg und hat zwei Töchter, deren Fragen er inzwischen zu einem wesentlichen Teil an die Wikipedia verweist.

Das Kontroversitätsgebot und anderes, was politische Bildung und Wikipedia voneinander lernen können

Wollte man sie beschreiben, sollte man bei ihren Idealen beginnen. Sie will, dass alle Menschen sich selbstbestimmt ein Bild von der Welt machen können. Mit ihrer Unterstützung sollen sich die Menschen Hintergrundwissen erschließen, kritisch reflektieren und selbständig eine Meinung bilden können. Sie findet, dass möglichst jeder Einzelne aktiv etwas zum großen Ganzen beitragen sollte. Zumindest können sollte. Die Ideen der Aufklärung findet sie immer noch ziemlich gut. Ihre Zielgruppe: alle Menschen. Kopfzerbrechen macht ihr, dass sie meist nur diejenigen erreicht, die sie vielleicht am wenigsten brauchen. Deswegen sucht sie nach niedrigschwelligen Möglichkeiten des Zugangs auch für breitere Schichten. Text ist ihr bevorzugtes Medium. Aber eigentlich wünscht sie sich mehr Vielfalt in ihren Formen, würde gerne mehr mit Bildern, Videos oder Audios arbeiten. Eines ihrer obersten Gebote lautet: umstrittene Sachverhalte müssen auch als kontrovers dargestellt werden! Ihre Akteure streiten gerne mal untereinander. Meist kriegt der Rest der Welt das nicht mit und wenn doch, dann versteht er die Diskussion nicht. Überhaupt fühlt sie sich oft nicht gut verstanden.
Die Rede ist von der politischen Bildung. Und von der Wikipedia.
Obwohl beide offensichtlich viele Kompatibilitäten aufweisen, haben sie sich wenig zu sagen. Warum eigentlich?