Christian Pentzold

Christian PentzoldChristian Pentzold ist Doktorand an der Professur Medienkommunikation der Technischen Universität Chemnitz und Promotionsstipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. Bevor er in Chemnitz seine Promotion begann, war er im Masterprogramm des Media Research Institute an der University of Stirling eingeschrieben. Seinen Bachelor in Medien- und Kommunikationswissenschaften erhielt er 2004 von der TU Chemnitz. Wichtige Stationen waren zudem ein Aufenthalt als Visiting Doctoral Researcher am Oxford Internet Institute, University of Oxford (Hilary Term 2009) sowie als Visitor am Berkman Center for Society & Internet, Harvard Law School. Sein Promotionsprojekt fragt, warum Wikipedia als Exemplar einer spezifischen Form freier und offener Internetproduktion funktioniert. Die Antwort versucht es mittels einer Untersuchung der Projektgovernance zu finden.

Gemeingut-Regime: Wie die Wikipedia ihre Inhalte schützt

Ziel des Vortrags ist es, die Wikipedia als Gemeingut-Regime zu untersuchen. Der dafür notwendige theoretische Hintergrund wird aus Untersuchungen zur Verwaltung natürlicher Allmende-Ressourcen genommen.
Zuerst wird die Wikipedia hinsichtlich des Konzepts der Gemeinschaftsgüter begrifflich gefasst. Dies erfolgt, indem die Online-Enzyklopädie bezüglich ihrer (software)technischen Infrastruktur, ihrer Artefakte als digitaler Präsentationsformen von Ideen und ihrer Ideen als nicht-stoffliche Inhalte unterschieden wird.
In einem zweiten Schritt werden daraus Dilemmata abgeleitet. Zu klären ist, welche Probleme sich aus dem Kontext des Zusammenwirkens und der Ressourceneigenschaften ergeben. Gezeigt wird, dass Bereiststellungsdilemmata das kritische und zu überwindende Problem für die freiwilligen Teilnehmer bilden. Damit einher geht eine Relativierung allzu optimistischer Erwartungen an die Internet-basierte Kooperation und Produktion, wie sie in Modellen der commons-based peer production oder der wikinomics mitschwingen. Entgegen deren stark positiven Annahmen ist es aus der hier entwickelten Position heraus nicht selbstverständlich gegeben oder einfach hinzunehmen, dass eine freiwillige und unentgeltliche Bereitstellung digitaler Inhalte funktioniert.
Drittens wird anhand der Governance des Projekts Wikipedia erklärt, wie kollektive Handlungsfähigkeit hergestellt werden kann. Kurz gesagt: Es geht nicht um wisdom of the crowds, sondern um wisdom of controlling crowds.

Präsentation (PDF)

Video

Fotos