Ramón Reichert

Ramón ReichertRamón Reichert ist Professor für Neue Medien am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien. Er lehrt Medientheorie und Kulturwissenschaft an der Johannes Kepler Universität Linz, am Mozarteum Salzburg und an der Donau-Universität Krems. Forschungs- und Lehraufenthalte führten ihn u.a. nach Berlin (HU), Bochum, Canberra (ANU), Columbia (SC), London und Zürich. 2008/09 war er Research Fellow am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK) in Wien. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf Sozialen Medien, Online-Medien, Gaming-Kultur, Digitaler Ästhetik, Netzkritik und Visueller Politik. Von ihm sind Veröffentlichungen u.a. zu Governmentality Studies, Neuen Medien, zur Medialisierung wissenschaftlichen Wissens und zu Medien-Amateuren erschienen.

Wikipedia: Die Wissenspraktiken der Self-Governance

Die jüngste Governance-Forschung hat die Online-Enzyklopädie Wikipedia als Studienobjekt entdeckt. Das Hauptinteresse der Governance-Debatten liegt aber nicht an den nutzergenerierten Inhalten, sondern konzentriert sich auf die entscheidende Frage, ob und inwiefern private Organisationen wie Unternehmen oder politisch-gesellschaftliche Einheiten wie Staat und Verwaltung von den Regelungssystemen und den Peer-Production-Strukturen der Wikipedia lernen können. In einer kritischen Auseinandersetzung mit dieser Lesart von Wikipedia wird es im Vortrag u.a. darum gehen, die strategischen Exklusionen der in die Wirtschafts- und Organisationswissenschaften eingebetteten Governance-Literatur zu thematisieren. In ihrer Untersuchung der Governance-Mechanismen im Wikipedia-Netzwerk sensibilisiert die Governance-Forschung den Blick auf die kollektiven Praxisformen der Wissensgenerierung und erlaubt eine Verfeinerung der Machtanalyse, die im Vortrag in Form von Case Studies am Beispiel der Wissenspraktiken der Self-Governance näher erörtert werden soll.

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