Ute Demuth

Ute Demuth arbeitet seit gut zehn Jahren freiberuflich in der politischen Erwachsenenbildung, u.a. für das DGB Bildungswerk. Thema ihrer Arbeit ist – mit unterschiedlichen Schwerpunkten – wie sich die wandelnde Mediennutzung und Kultur, Gesellschaft und Politik gegenseitig beeinflussen. Die Teilnehmenden sollen mitreden und einen eigenen Standpunkt entwickeln können. Die Wikipedia spielt dabei sowohl inhaltlich als auch als Werkzeug eine Rolle. Aktuell beschäftigt sie sich außerdem im Rahmen des Projekts “Web 2.0 in der politischen Bildung” damit, wie die Akteure der politischen Bildung dabei unterstützt werden können, neue Entwicklungen im Netz in ihre Arbeit zu integrieren.

Das Kontroversitätsgebot und anderes, was politische Bildung und Wikipedia voneinander lernen können

Wollte man sie beschreiben, sollte man bei ihren Idealen beginnen. Sie will, dass alle Menschen sich selbstbestimmt ein Bild von der Welt machen können. Mit ihrer Unterstützung sollen sich die Menschen Hintergrundwissen erschließen, kritisch reflektieren und selbständig eine Meinung bilden können. Sie findet, dass möglichst jeder Einzelne aktiv etwas zum großen Ganzen beitragen sollte. Zumindest können sollte. Die Ideen der Aufklärung findet sie immer noch ziemlich gut. Ihre Zielgruppe: alle Menschen. Kopfzerbrechen macht ihr, dass sie meist nur diejenigen erreicht, die sie vielleicht am wenigsten brauchen. Deswegen sucht sie nach niedrigschwelligen Möglichkeiten des Zugangs auch für breitere Schichten. Text ist ihr bevorzugtes Medium. Aber eigentlich wünscht sie sich mehr Vielfalt in ihren Formen, würde gerne mehr mit Bildern, Videos oder Audios arbeiten. Eines ihrer obersten Gebote lautet: umstrittene Sachverhalte müssen auch als kontrovers dargestellt werden! Ihre Akteure streiten gerne mal untereinander. Meist kriegt der Rest der Welt das nicht mit und wenn doch, dann versteht er die Diskussion nicht. Überhaupt fühlt sie sich oft nicht gut verstanden. Die Rede ist von der politischen Bildung. Und von der Wikipedia. Obwohl beide offensichtlich viele Kompatibilitäten aufweisen, haben sie sich wenig zu sagen. Warum eigentlich?

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